Hatun Sürücü

Seit 2013 organisieren wir die Hatun-Sürücü-Tage, um die Erinnerung an die junge Frau nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und ihrer zu gedenken.

„Selbstbestimmung und die Möglichkeit sich frei zu entfalten sind Menschenrechte, für die viele Mädchen und Frauen auf der Welt noch kämpfen müssen“

Hatun Aynur Sürücü, war eine Deutsche kurdischer Herkunft, die am 7.Februar 2005 in Berlin-Tempelhof an einer Bushaltestelle vor ihrer Haustür von einem ihrem Brüder erschossen wurde. Sie wuchs in Kreuzberg auf und wurde nach der 8. Klasse von ihrem Vater vom Gymnasium abgemeldet und als 16 Jährige mit einem Cousin in Istanbul verheiratet. Sie kehrte schwanger nach Berlin zurück, zog zuerst in ein Wohnheim für minderjährige Mütter und suchte sich später eine eigene Wohnung in Berlin-Tempelhof. Sie holte ihren Hauptschulabschluss nach und schloss erfolgreich eine Lehre zur Elektroinstallateurin ab. Nur wenige Tage vor dem Abschluss ihrer Gesellenprüfung wurde sie am 7. Februar mit 23 Jahren von einem ihrer Brüder mit drei Kopfschüssen erschossen. Doch der Fall von Hatun Sürücü war und ist kein Einzelfall. Gewalttaten, die im Kontext patriarchalisch geprägter Familienverbände verübt werden treten in nahezu allen Teilen der Welt auf.

Selbstbestimmung und die Möglichkeit sich frei zu entfalten sind Menschenrechte, für die viele Mädchen und Frauen auf der Welt noch kämpfen müssen – und es liegt an uns, sie zu unterstützen! Die Mädchen- und Frauenabteilung Türkiyemspor will das Gedenken an ihr Schicksal aufrecht erhalten und nimmt seit 2013 diesen Tag zum Anlass, in der Abteilung den Themen Selbstbestimmung, Erwachsenwerden und Identität nachzuspüren.

Plakataktion am Kotti

2014 haben unsere Spielerinnen in einer Plakataktion am Kotti mit 35 Fragen aus der Perspektive junger Frauen Werte, Normen und Verhaltensmuster in Frage gestellt. Fragen wie “Warum darf ich nicht? Warum habt ihr kein Vertrauen? Was darf man(n) mir verbieten” fordern heraus und erwarten Antworten. Auf 50 Tafeln haben wir unsere Fragen in fünf verschiedenen Sprachen abdrucken lassen und am Todestag von Hatun Sürücü am Kotti Süd aufgehangen. Mit unserer Aktion wollen wir die Menschen dazu anregen, ihre eigenen Meinungen zu bilden, Stellung zu nehmen und damit anzufangen, Dinge nicht hin zu nehmen wie sie sind, sondern zu versuchen, etwas zu verändern. Uns geht es darum, Mut zu machen, es geht darum, nicht weg zu schauen, es geht darum, sich verantwortlich zu fühlen, auch wenn man selber nicht betroffen ist. Im Anschluss haben wir gemeinsam an der Gedenkveranstaltung am Gedenkstein in der Oberlandstraße in Tempelhof teilgenommen und einen Redebeitrag beigesteuert.

Hatun Sürücü Cup

Die diesjährigen Hatun-Sürücü-Tage beenden wir mit einem Frauenfußballturnier. Seit 2013 richtet die Mädchen- und Frauenabteilung Türkiyemspor Berlin den “Hatun Sürücü Cup” aus 8 Frauenteams aus Kreuzberg und Neukölln spielen an diesem Gedenkturnier um den Wanderpokal. Für das Turnier übernehmen die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain – Kreuzberg, Frau Monika Herrmann und die Senatorin für Arbeit, Frauen und Integration, Frau Dilek Kolat, die Schirmherrschaft. Dabei waren unsere Freundinnen vom DFC Kreuzberg, unsere Nachbarinnen die Berliner Amateure, das Kreuzberger Urgestein Hansa 07, die talentierten B-Mädchen von Al-Dersimspor, aus Neukölln die Kickerinhas, ebenfalls aus Neukölln die Frauen von Cimbria Trabzonspor, aus dem fernen Prenzlauer Berg die Frauen von SV Pfefferwerk und natürlich unser Frauenteam Türkiyemspor. Der Wanderpokal ging dieses mal von den Al-Dersimspor Frauen zu uns, an das Frauenteam von Türkiyemspor, die ohne Gegentor und Niederlage blieben.

Im Rahmen des Hatun-Sürücü-Tage haben wir eine große Aufmerksamkeit erfahren, ein Radio-Interview aus dem Jahr 2014 mit unseren Spielerinnen Elvan und Duygu bei Radio Berlin 88,8 ist hier zu finden. Der Tagesspiegel hat einen Videobeitrag zu unserem Hatun-Sürücü-Cup 2013 veröffentlicht. Viele Artikel unserer Presseschau drehen sich auch rund um die Aktivitäten der Hatun-Sürücü-Tage.

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