Unsere Kleinen ganz groß

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Champions League Finale der Frauen und Türkiyem ist dabei! Unsere G-Mädchen durften am vergangenen Donnerstag mit den Spielerinnen auflaufen – unsere Trainerin Dilan berichtet von dem Erlebnis.

Donnerstag, 14. Mai 2015: endlich! Wochenlang haben unsere elf G-Mädchen gezappelt und unruhig die Tage gezählt, jetzt ist es endlich soweit, das Champions League Finale der Frauen steht an. Dabei waren Edda, Elsa, Klara, Luzie, Manu, Marthilda, Marlene, Maryam, Mila, Noni und Sarah. Ob unsere Eskort-Girls mit den Spielerinnen vom 1.FFC Frankfurt oder den Frauen von Paris Saint German mitlaufen würden, war kurz bis zum Auflaufen unklar, doch eines wussten wir: Spaß werden alle haben.

Das Spiel begann um 18 Uhr, wir sollten allerdings schon um 14:00 Uhr im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark sein, damit alles super abläuft. Pünktlich wie vereinbart standen alle elf Mädels mit den Eltern um 13:45 Uhr am vereinbarten Treffpunkt. Aufgeregt waren alle, ob groß oder klein, denn immerhin war heute der große Tag. Es ging also los Richtung Steinhaus, wo wir von unter anderem die Mitarbeiterin des Berliner Fußballverbands Katrin Nicklas und den Spielerinnen und Trainern vom FFC empfangen wurden. Obwohl die Mädels des FFC etwas älter waren als unsere, verstanden sich alle super. Zusammen mit den Organisatoren ging es dann zu den Kabinen, wo alle Beteiligten für die Zeremonien und Aufführungen vor dem Spiel, durch die Gegend huschten, weil in ein paar Stunden alles sitzen musste. Die Eskort-Girls wurden eingewiesen und alle bekamen ein Armband, mit dem klar wurde: Ich gehör zum Zeremonien-Team! Nach einer kleinen Trinkpause, in der die Mädchen ankommen konnten, ging es direkt weiter in das Stadion und dann in den Tunnel, schließlich mussten alle ihren Auftritt üben, auch die Minis. Im Stadion angekommen realisieren sowohl die Kleinen, als auch die Größeren: ziemlich groß hier. Die Aufregung aller steigt, während sie den Proben der TänzerInnen zuschauen. „So gleich tanzen die!“, nuschelt Noni leicht eingeschüchtert – Abwarten, euren Auftritt habt ihr gleich doppelt so gut drauf!
Hand in Hand mit den TrainerInnen und Zuständigen für unter anderem den Ton, wurde dieser dann geübt. Drei Mal auf den richtigen Zeitpunkt warten. Drei Mal über den langen Teppich laufen, ohne zu stolpern. Drei Mal eine schöne Reihe bilden. Drei Mal auf den Moment warten, in dem die Musik ausging, denn das war das Zeichen: alle Mädels des Teams nehmen sich an die Hand, eine festgelegte Spielerin läuft voran und alle anderen im Bogen hinterher. Tada, hab ich zu viel versprochen? Die ersten Mägen fingen an zu knurren, lange mussten die Mädels nicht warten. Es ging direkt zurück zu den Kabinen und die TrainerInnen holten die Lunchpakete ab. Nachdem jeder reichlich gegessen und getrunken hatte, waren alle gestärkt und zogen sich um. In den schönen orangenen Trikots haben wir ein paar schöne Teamfotos von unseren Minis geschossen.

Punkt 17:15 Uhr stand die Hauptverantwortliche für unsere Mädchen vor den Kabinen: „Es geht los!“ Alle nahmen ihre Sachen zu sich und in Zweier-Reihen liefen unsere Mini-Stars raus. Kaum aus dem Gebäude heraus tobt eine Menge: die Tänzer und Beteiligten standen applaudierend und pfeifend um die Mädels herum – grinsende Minis mit roten Wangen. Durch die jubelnde Masse durch ging es in einen Raum neben dem Stadion, in dem alle Sachen abgelassen wurden und die letzten Gespräche mit den Mädels geführt wurden. Die Kleinen sahen zu, wie sich nach und nach das Stadion füllte und wurden immer hibbeliger. „Ihr schafft das!“ waren die letzten Worte an unsere Süßen, denn mit in den Tunnel durften unser Trainerinnen Elvan und ich nicht mehr.
Wahrscheinlicher noch aufgeregter als die Kleinen liefen wir in einen abgesperrten Bereich neben den Tribünen. „Gleich kommen sie. Gleich sind sie dran. Da ist der Stern, danach das Plakat und dann kommen unsere Stars!“ – der Ablauf war bekannt. Und so war es dann auch. Mit den Worten „Der 1.FFC Frankfurt und Paris Saint German“ des Kommentators liefen die Spielerinnen der Teams los: Hand in Hand mit den Stars unserer Herzen. Unsere Superstars liefen zusammen mit den Spielerinnern von Paris Saint German auf das Spielfeld. Die Hälfte des jeweils A und B Blockes des Stadions war von uns besetzt, SpielerInnen, TrainerInnen und Eltern von Türkiyemspor. Und das hörte man! Die beiden Teile jubelten, schrien, pfiffen und sprangen auf, als die Spielerinnen aufliefen – für unsere kleinen Fußballstars. Innerhalb von einer Minute waren die Mädels wieder bei uns, strahlend und stolz – wie wahre Stars. Jede von ihnen hat das gemacht, was sie machen sollten, alle strahlten von oben bis unten vor Glück, weil alles so gut lief und Massen an Menschen für sie geklatscht hatten. Die Herzen der Zuschauer blühte beim Anblick der Mädels für einen Moment auf. Jubelnd und stolz empfingen Elvan und ich die Mädels und liefen schnell mit ihnen zu den Kabinen, um ihnen was langes überzuziehen, da es immer kühler wurde. Immer noch aufgeregt gingen wir in einer Reihe zu ihren Eltern. Auf dem Weg wurden sie immer wieder erkannt und bejubelt, wieder rote Wangen und lachende Münder in den Gesichtern der Kleinen. Bei den Eltern angekommen berichten sie von dem tollen Erlebnis, denn das wird keiner von uns jemals vergessen.

Zusammen mit den Eltern, Spielerinnen verschiedenster Altersklassen und den TrainerInnen genossen wir dann noch das recht spannende Spiel. Nach dem Ausgleich des 1:0 von dem 1.FFC Frankfurt, gewann dieser letzten Endes dennoch das Champions League Finale der Frauen mit einem 2:1. Nachdem noch reichlich gejubelt und gesungen wurde, verabschiedeten sich alle voneinander. Diesen aufregenden Tag werden alle in ihren Gedanken behalten. Lange sind wir nicht getrennt – montags sehen wir uns alle wieder auf dem Platz!

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Tagebuch aus Jerusalem

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Einige unserer B-Mädchen und jüngeren Frauenspielerinnen nahmen in den vergangenen Monaten an einem sportlichen Jugendaustausch des Landessportbundes zwischen Berlin und Jerusalem teil. Gemeinsam mit den B-Jungs von SV Empor Berlin wurden im Dezember des letzten Jahres knapp 20 Israelis in Berlin empfangen, in den Berliner Familien aufgenommen und bei ihren Unternehmungen begleitet. In den letzten beiden März-Wochen war es dann so weit, dass unsere Spielerinnen endlich nach Jerusalem zum Rückaustausch durften, um die Gastfamilien und ihre Kultur besser kennenzulernen.

Die TeilnehmerInnen haben von ihrer Reise ein kleines Tagebuch verfasst, aber lest selbst über die Erlebnisse und Erfahrungen unserer jungen SportlerInnen. Ein paar photographische Impressionen sind am Ende des Artikels zu finden.

Freitag, 20. März
An diesem Tag startete offiziell die Out-Maßnahme des Israel-Austausches. Wir trafen uns um 6.00 Uhr am Flughafen Tegel. Die Stimmung war gut und den Teilnehmenden war die Vorfreude anzumerken. Um 7.15 Uhr ging unser Flug, mit Turkish Airways nach Istanbul. Mit leichter Verspätung landeten wir gegen 11.40 Uhr in Istanbul. Nach kurzem, einstündigem Aufenthalt am Flughafen ging es weiter nach Tel Aviv. Mit erneuter einstündiger Verspätung landeten wir gegen 16 Uhr Ortszeit in Tel Aviv. Der Check-In gestaltete sich einfacher als gedacht.
Miri Feingold, die Verantwortliche der Stadtverwaltung von Jerusalem, nahm uns am Flughafen in Empfang. Von hier aus ging es direkt mit dem Bus nach Jerusalem. Wir waren spät dran, da aufgrund des Shabbats, der jeden Freitag nach Sonnenuntergang beginnt, die Stadt Jerusalem zum Erliegen kommt, mahnte Miri ein wenig zur Eile. Gegen 18 Uhr erreichten wir unser Hotel Jerusalem Garden. Hier warteten bereits die israelischen Teilnehmenden gemeinsam mit ihren Eltern auf uns, um ihre Gastgeschwister abzuholen. Nach kurzem Chaos hatte jeder Israeli einen deutschen Gastpartner.
Für die Betreuer war ein freier Abend zur eigenen Gestaltung vorgesehen. Sie erbaten sich fachmännischen Rat von Motti, einem der israelischen Verantwortlichen, wo sie den Abend ausklingen lassen könnten. Dies erwies sich während des Shabbat als schwieriges Unterfangen. Motti empfahl ein alternatives Viertel im Zentrum von Jerusalem, wo man einen Ort zum gemütlichen Ausklang des ersten Tages finden konnte. Gegen 24 Uhr waren auch den Betreuern die Reisestrapazen anzumerken und sie fielen alle erschöpft ins Bett.

Shabbat , 21. März
Heute ist „family day“. Der Tag fing für mich um ca. 8 Uhr an. Zum Aufwachen gab es eine lauwarme Dusche und für den Magen ein leckeres Omelett. Meine Familie hat sich überlegt mit mir und auch den anderen Freunden ans Tote Meer zu fahren. Um 10 sind wir losgefahren, haben Apo, Dolly, Lara und Patti abgeholt und los ging die ca. 45 Minuten dauernde Fahrt zum Toten Meer. Nach 40 Minuten machten wir einen kleinen Zwischenstopp. Unsere Austauschpartner fragten uns, ob wir nicht mal auf einem Kamel reiten wollten. 5 Minuten später saßen wir alle hintereinander auf einem Kamel. Das Kamel drehte eine kleine Runde mit jedem von uns einzeln. Das war eine holprige Angelegenheit, hat aber total Spaß gemacht und ist zum Glück alles gut ausgegangen. Danach sind wir wieder ins Auto und nochmal 10 Minuten weiter zum Toten Meer gefahren. Als wir da waren wurde uns gesagt der Matsch wäre gut für die Haut. Also schmierten wir uns alle direkt ein. Das Tote Meer ist echt super und du kannst dich gemütlich aufs Wasser legen und gehst einfach nicht unter. Das hat uns total gefreut! Aus dem Wasser raus, gab es ein kleines Picknick. Mit total viel leckerem Essen. Nach einer Runde Volleyball am Strand und nochmal ins Meer hüpfen, mussten wir leider den wunderschönen Ort wieder verlassen. Zuhause haben wir alle nochmal geduscht um uns von dem Salz zu befreien. Dann gab es bei mir Schnitzel zum Abendessen. Um 20 Uhr haben wir uns dann alle nochmal auf den Weg in eine Shoppingmall gemacht. Dort haben wir auch Elvan (eine weitere deutsche Teilnehmerin aus unserer Gruppe) wiedergetroffen. Sie war mit ihrer Familie nicht am Toten Meer, sondern hat sich die Altstadt von Jerusalem angeguckt. Die Mall war schön und es hat auch total Spaß gemacht. Doch noch schöner und spannender war die Rückfahrt. Zusammen mit Lara, Patti und ihrer Freundin haben wir den Rückweg angetreten. Wir sind fast eine Stunde mit dem Bus und der Straßenbahn nach Hause gefahren. Auf dem Rückweg haben wir viel von der Stadt gesehen. Auch die Freundin von Patti hat uns viel über die Stadt erzählt, was wir noch nicht wussten. Zuhause angekommen sind wir schnell ins Bett, da wir morgens schon um 6 raus mussten. Unsere Austauschpartnerinnen mussten am nächsten Tag ja in die Schule.
Das Betreuer-Team nutzte die Zeit ohne die Jungs und Mädchen und machte einen Spaziergang Richtung Altstadt! Im Vergleich zu den Tagen, die noch folgen sollten, war es wirklich sehr erholsam und entspannt! Nach einem Kaffee in der Sonne am YMCA, holte uns Motti mit seinem Auto ab, um uns gleich nach einem kurzen Bazar-Besuch Richtung „bester Humus Jerusalems“ zu chauffieren! Mega lecker! Danach machten wir noch eine rasante Stadttour mit Mottis Karre quer durch Jerusalem! Diese endete mit einer herrlichen Aussicht über der Stadt!
Abends saßen wir drei Betreuer noch ein bisschen in der Hotel-Lobby und besprachen die nächsten Tage!

Sonntag, 22. März
Nach einer erneuten Übernachtung in den Gastfamilien trafen wir uns heute wieder um 8.30 am Hotel. Unser heutiger Tour-Guide war Ido, der uns auch die weiteren Tage tatkräftig unterstützt hat. Es stand ein Tag in der Altstadt an! Wir begaben uns auf die alte Stadtmauer die das jüdische, muslimische, christliche und armenische Viertel umschließt. Mittag aßen wir in der Altstadt auf einem Markt im christlichen Viertel. Danach stand ein gemeinsames Training mit unseren israelischen Gastkindern an. Das Spiel fand auf einem sehr hohen fußballerischen Niveau statt. Am Abend ging es dann zurück zu den Gastfamilien mit denen wir erneut den Abend in sehr angenehmer Atmosphäre verbrachten.

Montag, 23. März
Wir müssen wieder sehr früh aufstehen, um uns mit den anderen im Hotel zu treffen. Diesmal geht es nicht zur Altstadt, sondern in die Holocaust Gedenkstätte ‚Yad-Vashem‘, welche nicht nur interessant, sondern auch wirklich traurig ist. Ich erfahre Sachen, die ich vorher noch gar nicht wusste. Uns wird klar, dass es nicht nur um Menschen geht, sondern um mehrere Leben. Jeder der in Israel zur Schule geht, muss mindestens einmal die Gedenkstätte mit der Schule besuchen, wovor sich, wie sich herausgestellt hat, jeder fürchtet, was auch verständlich ist. Dann sollten wir uns eigentlich im Rathaus treffen, um uns mit dem Abteilungsleiter für Sport der Stadtverwaltung von Jerusalem bekannt zu machen, welches aber leider kurzfristig ausfallen musste. Deswegen liefen wir zur ‚Jaffa-Street‘, wo wir etwas essen und uns dann wieder austoben und was einkaufen konnten. Um 17 Uhr laufen wir dann gemeinsam zum Hotel, was ca. 40 Min. dauert, welches aber wahrscheinlich nicht so lange dauern würde, wenn der liebe Felix (Betreuer) die Karte richtig lesen könnte. Im Hotel angekommen holten uns auch schon die Gastfamilien ab. Wir Mädels verbrachten den Abend mit all unseren Gastfreundinnen zusammen. In der Nacht kommen wir zu Hause an und packten unsere Koffer, schließlich ist es die letzte Nacht, die wir bei den Gastfamilien verbrachten.

Dienstag, 24. März
Der Start in den fünften Tag war etwas wehmütig, denn es galt Abschied zu nehmen von jenen Gastfamilien, die sich die ersten Tage so gut um uns gekümmert hatten.
Die anfänglich eher negativ aufgenommene „Überraschung“ der Betreuer, dass wir länger als nur eine Nacht in den Familien bleiben sollten, entpuppte sich im Nachhinein als ideal. Wir hatten während der Zeit in den Familien die einzigartige Möglichkeit in das Leben und den Alltag der Familien Einblick gewährt zu bekommen. Wir alle sind in dieser Zeit ein Stück weit gewachsen und wissen die Gastfreundlichkeit, die wir erfuhren, bis heute sehr zu schätzen. Nachdem wir nun ein letztes Mal von den Familien zum Hotel gefahren wurden und Abschied nahmen, wurde erst mal im Jerusalem Garden Hotel eingecheckt und die Zimmer bezogen.
Anschließend gingen wir gemeinsam mit Miri zum biblischen Museum, in dem wir zusätzlich zur Führung durch die Ausstellung über den Beginn der Schrift auch mit Hilfe von Daniel unserem Guide für das Museum unsere eigenen Stempelrollen entwickeln und als Souvenir mit nach Hause nehmen durften. Die Führung und Ausstellung waren nicht zuletzt durch unseren Guide Daniel sehr interessant, der uns mithilfe seiner lustigen, fröhlichen Art das Thema des Museums gut und verständlich näher gebracht hat. Von dem Museum aus fuhren wir mit dem Bus zur Mahla Mall, in welcher es Burger und Pizza zum Mittag gab. Gestärkt gingen wir anschließend zum Teddy Stadium, dem Stadion des Erstliga- Fußballklubs Baitar Jerusalem. Nach der Besichtigung des Stadions und einer kleinen Fotosession auf dem „heiligen Rasen“, ging es weiter zur Indoor-Kletterhalle. Hier konnten wir uns nach einer kleinen Erwärmung und Einweisung austoben und unseren letzten Kraftressourcen freien Lauf lassen.
Geschafft und ausgepowert ging es anschließend zurück zum Hotel, in welchem wir nach dem gemeinsamen Abendessen noch einmal alle zusammen setzten und in einer gemütlichen Runde mit angenehmer Atmosphäre die ersten fünf Tage besprachen und auswerteten. Jeder Teilnehmer, die Betreuer inbegriffen sagte etwas zu seinem Aufenthalt in den Familien und zu den bisherigen Aktivitäten. Alle hatten viel zu erzählen und es gab viel zu Lachen, als Lennart zum Beispiel erzählte wie er seinen Gastbruder bei einer Runde Fifa bezwang, mit Hilfe des „hannoveranischen Hammers“. Nachdem alle etwas gesagt haben und die Runde beendet wurde ging es zurück auf die Zimmer. Jeder war mal im Zimmer der anderen und mit ersten kleinen Streichen wurde das ohnehin schon angenehme Gruppenverhältnis noch enger gezurrt und alle fielen ausgelaugt vom Tag und voller Vorfreude auf die noch kommende Zeit in die Federn.

Mittwoch, 25. März
Nach dem Frühstück ging es für unsere Reisegruppe mit dem Bus zum ersten Bahnhof Israels, welcher heute nicht mehr als Bahnhof genutzt wird, aber dennoch eine interessante Ausstellung über Deutschland für uns bereit hielt.
Nachdem wir die Ausstellung betrachtet hatten, besuchten wir die sogenannte deutsche Kolonie. Unser Reiseführer Ido erzählte uns dort Interessantes zur Geschichte und Architektur der Kolonie.
Außerdem stand auch noch der erste „Stadt-Bezirk“ außerhalb der Altstadt von Jerusalem, welcher etwas an die Toskana in Italien erinnert auf unserem Programm. Auch hier hatte Ido uns Interessantes zu berichten. Von diesem Bezirk gelangten wir zu einer Mall, in der wir uns nicht lange aufhielten, sondern stattdessen etwas weiter entfernt zu Mittag aßen.
Nachdem wir wieder im Hotel waren und Abendbrot gegessen hatten gingen wir zusammen als Gruppe zu einem nahegelegenen Bolzplatz, auf dem wir ein kleines gemeinsames Turnier spielten. In dem Turnier fielen viele Tore und alle hatten sichtlich Spaß, auch weil ein sehr spektakulärer Tunnel verteilt wurde. Nach dem Turnier sind wir alle wieder ins Hotel gegangen, was der Abschluss des Tages war.

Donnerstag, 26. März
Heute Morgen trafen wir uns alle um 7 Uhr am Frühstückstisch. Doch wie immer kamen einige zu spät und haben eine „Liegestütze-Strafe“ bekommen. Ich war eine derjenigen. Nachdem alle im Bus waren, ging es endlich los in Richtung Tel Aviv. Da wir aber mehr von Israel kennenlernen wollten, machten wir mehrere Zwischenstopps. So war unser erstes Ziel Haifa. Wir sahen uns den schönen, großen Behai-Garten an und machten viele Fotos. Zusätzlich konnten wir bis aufs Mittelmeer und auf die ländliche Umgebung schauen. Als wir alle wieder im Bus waren, freuten wir uns schon auf unser nächstes Ziel: eine Synagoge. Die Synagoge war vollständig aus Mosaik. Der Boden, die Wände und die Decke waren mit Mosaik verziert und wirklich alle waren begeistert von der Mosaik-Kunst. Wir lernten ein wenig über die jüdische Religion, vor allem über die Bar Mizwa und Bat Mitzwa kennen. Mal wieder im Bus fuhren wir Richtung Acre. Eine wunderschöne Mittelmeerstadt, die wie alles in Israel einen großen geschichtlichen Hintergrund hat. Nachdem wir die dunklen Tunnel von Acre besichtigt hatten, suchten wir uns einen schönen Ort zum Essen. Wir bestellten ein großes Büffet und alle stillten ihren Hunger. Nach ein bisschen Freizeit in der Sonne bedeckten wir uns alle fleißig und betraten eine Moschee. Neu für mich war, dass man zum Betreten einer Moschee die Schuhe ausziehen muss. Wir hatten das große Glück und konnten ein paar Jungen beim Beten beobachten und lernten etwas über den Islam. Im Bus angekommen, fuhren wir erschöpft Richtung Tel-Aviv. Wir bezogen unsere Zimmer und ruhten uns ein wenig aus. Nach dem Abendessen liefen wir dank Felix zwei Stunden Richtung Strand. Endlich angekommen machten einige Sport an den Fitnessgeräten, während andere Beachvolleyball spielten. Ein Teil der Gruppe beschloss zurückzugehen, da alle langsam müde wurden.
Der restliche Teil setzte sich mit einem Softdrink an den Strand und ließ den Tag gemütlich ausklingen. Nach einer kleinen Wanderung kam dann auch die letzte Gruppe zurück und alle schliefen mit den Gedanken an den heutigen Tag glücklich und zufrieden ein.

Freitag, 27. März
Den heutigen Tag haben wir die meiste Zeit an einem Strand in Tel Aviv verbracht. Übernachtet haben wir in einem Hostel etwa 20 Min. entfernt verbracht. Dies war ein „Erholungs-Tag“, wir haben uns keine Sehenswürdigkeiten in Tel Aviv angeschaut, sondern sind nach dem Frühstück gleich zum Strand gegangen. Es war ein echt schöner Strand mit ausreichend Platz für Volleyball-felder, einer kleinen Fitness-Anlage und genügend Möglichkeiten sich Erfrischungen und Snacks zu kaufen und Geld zu wechseln. Anfangs war es bewölkt jedoch bekamen wir nach kurzer Zeit doch viel Sonne ab. Das Wasser war komischer Weise relativ kalt, aber hat trotzdem perfekt als Abkühlung dienen können. Am Strand waren wir etwa 2 Stunden was genügend Zeit war sich zu entspannen und sich von der „Rund-Reise “ und dem vielen Laufen zu erholen. Anzumerken habe ich, dass ich – und ich denke, dass ich für die ganze Gruppe sprechen kann – und wir gerne länger in Tel Aviv gewesen wären und die Stadt angeschaut hätten. Es ist eine Stadt eher für Jüngere und moderne Menschen und meiner Meinung nach das komplette Gegenteil zu Jerusalem. Diese Stadt ist auch sehr schön und interessant, auch durch den geschichtlichen Hintergrund, aber etwas altmodisch, ich will nicht sagen langweilig, aber eine ruhige Stadt. Nach dem Strandaufenthalt haben wir zu Mittag gegessen und wurden kurz danach vom Bus abgeholt und sind zurück ins Hotel nach Jerusalem gefahren. Mir hat der Tag sehr gefallen und ich habe einen schönen Einblick von Tel Aviv bekommen und würde mich freuen noch einmal dorthin fahren zu können.

Samstag/Shabbat, 28. März
Heute ging es früh los. 6:30 Uhr gab es Frühstück. Turban auf den Kopf, in den Bus und ab nach Masada! Wir haben wahrscheinlich den heißesten Tag zum Besteigen der alten Ruine erwischt. Ido fliegt hoch. Wir stolpern hinterher. Irgendwann kriechen wir nur noch. 576 Liter Wasser später sind wir endlich oben angekommen. Merve ist wirklich total erschöpft! Wasser auf den Kopf, dann ein Rundgang. Wir haben wirklich einen wunderschönen Ausblick von dort oben. Wir machen super viele Fotos. Ido erzählt uns was es mit diesem National-Denkmal auf sich hat. Zum Glück wird uns freigestellt mit der Gondel runter zu fahren, die meisten von uns nehmen aber die Herausforderung an und laufen lieber. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Also jetzt auf zum Toten Meer! Endlich Füße hochlegen! Andere gehen ins Wasser oder schmieren sich mit dem Schlamm ein. Fotos mit Zeitungen im Toten Meer können wir auch von unserer To-Do-Liste streichen. Zusammenpacken und alle wieder in den Bus. Zurück ins Hotel und da weiter Action machen. Die Gruppe ist so gut zusammengewachsen! Man hatte das Gefühl, die Zeit geht so schnell vorbei, obwohl es sich anfühlte wie eine fünfwöchige Reise. Am Abend haben wir uns dann noch mit den Türkiyem-Mädels zusammengesetzt um ein bisschen über die letzten Tage zu sprechen. Was gut, schlecht und neu war. Es gab fast nur Positives. Daher die sehr gute Stimmung. Viele Witze. Kurz die nächsten Tage besprochen. Dann haben wir den Ausblick von unserer riesigen Dachterrasse genossen und noch mehr Witze gemacht! War sehr lustig! Irgendwann später sind alle ins Bett und sofort eingeschlafen.

Sonntag, 29. März
An diesem Morgen hatten wir endlich Freizeit in Jerusalem. Das hieß also, wir konnten ausschlafen! Doch da wir nicht in unserer gewohnten Umgebung waren sondern in einem anderen Land wo wir nicht so oft die Chance haben hin zu fliegen, haben wir unsere freie Zeit ausgenutzt und standen um 8:30 wieder beim Frühstück, bevor es pünktlich um 9:30 für unsere Türkiyem-Truppe in die Stadt ging. Wir liefen die Jaffa-Street einmal hoch und runter, gingen auch in die Mamilla Mall und in die Altstadt. Im Bazar der Altstadt kauften wir dann alle Souvenirs, kleine Geschenke und viel Süßes für nachher. Die Zeit schlug schon 12:45 Uhr bevor wir losrannten um rechtzeitig an unserem Treffpunkt zu sein um zu verhindern, dass wir Liegestütze kassieren. Vor dem Haus mit dem Löwen wartete Maria schon auf alle und genoss die Sonnenstrahlen. Als dann Miri rechtzeitig ankam und uns zum Mittagessen abholte, liefen wir gemeinsam los durch einen Wochenmarkt und setzten uns in einen kleinen Imbiss. Nachdem wir zu Ende gegessen hatten, mussten wir unsere schon zusammen gelegten Sportsachen aus dem Hotel holen, denn ein Fußballturnier mit den Israelis stand uns noch bevor. In vier gemischten Teams spielten alle gegeneinander. Nachdem unser großartiges Turnier zu Ende war, machten wir uns fertig und gingen in eine nahegelegene Halle, wo wir uns eine atemberaubende Turnaufführung anschauen durften und im Nachhinein auch selber aktiv wurden. Wir wärmten uns zunächst auf mit Basics bevor wir auf die Trampoline verteilt wurden. In kleinen Grüppchen sprangen wir hoch, machten Handstände und Purzelbäume, schlugen Radschlag und versuchten sogar Saltos. Nun waren wir so richtig ausgepowert und unsere Bäuche knurrten. Die Pizzen ließen auch nicht lange auf sich warten und nach der Bedankungszeremonie rannten alle zum Abendessenstisch und schlugen sich die Bäuche voll. Der letzte Abend in Jerusalem lag somit auch schon wieder in der Vergangenheit und zurück im Hotel mussten alle nun für den morgigen Abflug packen.

Montag, 30. März
Unser letzter Tag in Israel. Wir treffen uns um 7 Uhr in der Lobby und gehen gemeinsam etwas essen. Nach dem Frühstück geht es auch schon los. Wir fahren mit dem Bus nach Tel-Aviv um dort einzuchecken. In Tel-Aviv angekommen, geht es seinen üblichen Gang. Wir fliegen und machen einen Zwischenstopp in Istanbul. Nach ca. 1h geht es auch schon wieder weiter. Wir fliegen nach Berlin…In Berlin angekommen! Draußen warten unsere Eltern auf uns. Die 10 wunderschönen Tage sind vorbei. Wir verabschieden uns alle und gehen erschöpft und müde nach Hause…

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C & B testen ihr Können

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Letzten Mittwoch bekamen unsere C- und B-Mädchen die Chance ihre eigenen fußballerischen und athletischen Fähigkeiten zu zeigen und im Nachhinein professionell ausgewertet zu bekommen. Im Rahmen einer Studie zur Talenterfassung wurden wir nach Charlottenburg in die Sömmeringhalle zu einem knapp dreistündigen Training eingeladen. Unsere Spielerinnen wurden mit Hilfe moderner Videotechnik in Schnelligkeits-, Agility-, Dribbling- und Ballgefühltests, sowie in puncto Spielfähigkeit beobeachtet. Im Anschluss an das Training hatten wir noch die Möglichkeit uns die dazugehörige Technik und uns die technischen Möglichkeiten der Auswertung anzuschauen. Ganz wie bei Videoanalysen in Profibereich und Fernsehübertragungen werden die Daten nun ausgewertet, so dass jede Spielerin ihre ganz persönlichen Stärken und Schwächen erkennen kann und als Dank für die Teilnahme an der Studie, neben den tollen neuen Erfahrungen im Training selbst, auch noch ein persönliches Video mit den eigenen Szenen aus dem Training bekommt.

Ein paar Impressionen von den Tests:

Alle Spielerinnen absolvierten das Training mit einer eigenen Weste über die sie individuell erfasst werden konnten

Alle Spielerinnen absolvierten das Training mit einer eigenen Weste über die sie individuell erfasst werden konnten

Die Spielerinnen wurden gewogen...

Die Spielerinnen wurden gewogen und gemessen…

... und fotographiert.

… und fotographiert.

foto2foto3Kurze Erklärung des Ablaufs...

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Ballkontrolltest

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Dribblingparcours

Dribblingparcours

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Schnelligkeitstest über 5, 10 und 30 Meter

Schnelligkeitstest über 5, 10 und 30 Meter

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Agilitytest

 

Abschließend wurde ein Turnier im 4 vs. 4 gespielt

Abschließend wurde ein Turnier im 4 vs. 4 gespielt

Direkt im Anschluss konnten wir im Technikzentrum direkt die ersten Bilder der Auswertung anschauen und uns die technischen Möglichkeiten der Aufbereitung zeigen lassen

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Erinnerung an Hatun Sürücü – Hatun-Sürücü-Tage 2015

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Am 7. Februaichdarfnichtr 2015 jährt sich zum zehnten Mal der Todestag von Hatun Sürücü. Hatun Sürücü wollte als junge Frau ein selbstbestimmtes Leben frei von patriarchalischen Strukturen führen und brach damit die Erwartungen ihrer Familie. Am 7. Februar 2005 wurde sie im Berliner Bezirk Tempelhof an einer Bushaltestelle mit mehreren Kopfschüssen von ihrem Bruder hingerichtet.

Die Frauen- und Mädchenabteilung Türkiyemspors und Freunde von Türkiyemspor Berlin e.V. wollen das Gedenken an ihr Schicksal aufrecht erhalten und nehmen seit 2013 diesen Tag zum Anlass, im sportlichen Umfeld des Vereins den Themen Selbstbestimmung, Erwachsenwerden und Identität nachzuspüren.

Gedenken und Erinnerung

Am Freitag den 6. Februar werden sich die Frauen und Mädchen der Fußball-Abteilung von Türkiyemspor  in einer geschlossenen Veranstaltung in selbst entwickelten Rollenspielen mit den Themen Familie, Ehre und Vorurteilen auseinandersetzen. Bei den von unseren Frauen, B- und C-Mädchen in den letzten Wochen ausgearbeiteten Rollen treffen Familienmitglieder mit zufälligen Charaktereigenschaft aufeinander und sollen mögliche Handlungswege rund um das Thema „Ich darf nicht…“ entwickeln. Zuvor wird die aktualisierte Version des Dokumentarfilms „Verlorene Ehre – der Irrweg der Familie Sürücü“ gezeigt.

Gleichzeitig zur Veranstaltung nehmen Mitglieder der Frauen- und Mädchenabteilung Türkiyemspors und Freunde von Türkiyemspor Berlin e.V. ab 15 Uhr an einer Gedenkveranstaltung zu Ehren Hatun Sürücüs im Rathaus Schöneberg teil.

Hatun Sürücü Cup 2015

FBVAHatunCup2015Am Sonnabend, den 7. Februar, findet zum 3. Mal der Hatun Sürücü Cup in Kreuzberg statt. An dem Hallenturnier, bei dem die gemeinsame Erinnerung im Vordergrund steht, nehmen Frauenteams aus Kreuzberg und Neukölln teil. In diesem Jahr spielen Cimbria Trabzonspor, Deportivo Latino, Hansa 07, Berliner Amateure, DFC Kreuzberg, SV Seitenwechsel, Kickerinhas und Türkiyemspor Berlin um den Cup und wollen damit nicht nur an Hatun Sürücü erinnen, sondern auch grundsätzlich für die Möglichkeit zu Selbstbestimmung und freier Entfaltung einstehen. Das Turnier beginnt um 11 Uhr, die Pokalübergabe findet um 16 Uhr statt und wird von Schirmfrau Idil Baydar aka Jilet Ayşe durchgeführt. Veranstaltungsort des 3. Hatun Sürücü-Cups ist die Sporthalle in der Kreuzberger Blücherstraße (Blücherstr. 46-47. 10961 Berlin).

Ab 18 Uhr sind Mitglieder der Frauen-und Mädchenabteilung des Vereins Türkiyemspors bei einer Diskussionsveranstaltung im Cafe-Kotti anwesend.hatun5

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„Total Bock auf Türkiyem“ – Unsere E-Mädchen-Trainerinnen im Interview

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Lara, Sinem und Annika sind seit einigen Jahren Trainerinnen und viel länger Spielerinnen bei Türkiyemspor. Im Interview sprechen sie darüber wie sie eigentlich dazu gekommen sind, was so besonders an ihren E-Mädchen ist und warum sie bei Türkiyem sind.

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Lara, Sinem und Annika (v.l.n.r.)

Wer seid ihr und was macht ihr bei Türkiyemspor?

Annika: Ich bin Annika, ich bin 30 Jahre alt und Trainerin der E- und F-Mädchen bei Türkiyemspor. Daneben spiele ich auch selber in Türkiyemspors 11er-Frauenteam in der Landesliga mit. Meistens spiele ich in der Abwehr, im Zentrum oder auf den Flügeln. Da ich beidfüßig bin kann ich sowohl links als auch rechts spielen.

Sinem: Ich bin Sinem und bin vor kurzem 19 geworden. Zusammen mit Lara und Annika trainiere ich die E- und F- bei Türkiyemspor und bin seit mittlerweile 2 Jahren als Trainerin tätig. Ich selbst spiele schon seit mehreren Jahren Fußball und bin jetzt im 3. Jahr bei der 11er Frauen von Türkiyemspor.

Lara: Hi, ich bin Lara, 19 Jahre alt und Trainerin der E- und F-Mädchen. Ich spiele selber seit 2006 bei Türkiyemspor und habe damals mit Sinem zusammen als Spielerinbei den D-Mädchen angefangen. Mittlerweile spielen wir unser drittes Jahr bei den Frauen.

Wie seid ihr Trainerinnen geworden seid und warum bei Türkiyemspor?

Lara: Ich weiß nicht genau wann das angefangen hat. 2012? Pelino (Anm.: der damalige E-Mädchen-Trainer) brauchte Hilfe bei den E-Mädchen. Da bin ich eingesprungen. Irgendwann hat sich daraus mit Sinem und Annika eine 2. E entwickelt, kurze Zeit später waren wir dann das feste E-Mädchenteam. Jetzt haben wir bald unsere C-Lizenz. Man wächst da so rein. In einem anderen Verein kann ich mir das garnicht vorstellen. Türkiyem ist wie eine große Familie die man nicht loswerden kann und will.

Sinem: Ich glaube es war nach einem Spiel oder Training der 11er Frauen, damals haben Giovanna und Murat (Anm.: die Abteilungsleitung) bei uns Frauen rumgefragt, ob nicht jemand Pelino bei den E-Mädchen helfen will. Da dachte ich „Wieso nicht?“ und hab zugesagt. Damals kannte ich die Mädels nur vom sehen oder auch von unseren Türkiyemfeiern, aber großen Kontakt hatte ich vorher nicht. Mittlerweile ist es für mich etwas Großes. Ich bin glücklich und froh darüber, wie sich eine oder eher meine spontane Zusage, aber auch Entscheidung von damals da zu helfen und jetzt Trainerin zu werden, so ausweitet und ein Teil meines Lebens wird. Jetzt aufzuhören oder Trainerin einer anderen Mannschaft zu sein kann ich mir garnicht vorstellen.

Annika: Wie Sinem und Lara schon gesagt haben, wurde damals im Frauenteam nachgefragt. Vielleicht haben Murat oder Giovanna mich auch bequatscht das zu machen. So genau weiß ich das jetzt nicht mehr. Wieso Türkiyemspor? Komische Frage. Next! Ist halt Familie.

Was ist das Besondere an euren E-Mädchen?

Lara: Ich hab noch keinen Streit zwischen den Mädels mitbekommen. Sie sind die coolsten Kids der Welt.

Sinem: Die Mädels sind voller Energie und reißen einen total mit.

Annika: Die haben total Bock auf Türkiyem und sind überall mit dabei – egal ob Winterfest, Sommerfahrt oder spontan zum Turnier mitzufahren.

Lara: Die jüngeren lernen von den älteren Kindern! Malena aus der E hilft Lena aus der G beim umziehen. Als Beispiel. Oder Mila aus der F hilft bei den G-Mädchen als Trainerin aus.

Welche Ziele habt ihr mit euren Spielerinnen und wohin soll es für euch als Trainerinnen gehen?

Annika: Wir wollen als erstes und wichtigstes Spaß am Fußball und Fairplay vermitteln. Fairplay beginnt im eigenen Team. Das heißt für uns Teamgeist, füreinander Einstehen und sich gegenseitig unterstützen. Wenn wir dann noch Kreativität und Selbstbewusstsein fördern können, sind wir sehr zufrieden. Das Erlernen der Technik und erste taktische Überlegungen kommen dann automatisch.

Lara: Wir versuchen jedes Mädchen ihrem Leistungsstand entsprechend zu fördern. Jede die Bock auf Fußball hat kann zu uns kommen.

Annika: Als Trainerin ist es mir sehr wichtig ein abwechslungsreiches, spannendes Training zu bieten. Dabei versuchen wir die Übungen so zu gestalten, dass gute Technik und Kreativität zu Erfolgserlebnissen führen. Praktisch heißt das, dass die Mädchen keine Lernziele vorgegeben bekommen sondern sich das von uns gewünschte Ziel in der Übungsform widerspiegelt. Zum Beispiel Punktgewinn bei gelungenem Zspiel durch im Feld verteilte Hütchentore zur Förderung der Passgenauigkeit.

Sinem: Ich kann mich da nur anschließen. Man will natürlich, dass unsere Spielerinnen sich gut entwickeln und nach jedem Training etwas gelernt haben. Dafür müssen die Mädels zuallererst Spaß am Fußball haben. Sobald beispielsweise eine neue Spielerin das zweite mal zum Training kommt, weiß ich meistens schon ab da, dass sie Lust und Spaß am Fußball und auf uns hat. Es freut mich immer wieder zu sehen, wenn eine Spielerin in so kurzer Zeit, so vieles gelernt und sich dabei so gut entwickelt hat. Das macht mich persönlich mega happy.

Lara: Also egal ob Anfänger oder Halbprofi. Wir spielen mit allen Fußball! Eine Spielerin die fast alles kann bekommt eine Extra-Aufgabe. Sie soll jedes zweite Tor mit Links schießen. Die Anfängerinnen spielen auf größere Tore. Die neuen Spielerinnen werfen sich den Ball hoch und Schießen. Die Erfahreneren laufen zu zweit gegeneinander durch einen Parcours und müssen sich einen hoch geworfenen Ball erkämpfen und aufs Tor schießen.

Abschließend: „Meine Tochter sollte bei Türkiyemspors E-Mädchen Fußball spielen weil …“

Lara: … sie so Teil einer großen fußballbekloppten Familie wird.

Annika: Perfekt, Lara. Alles auf den Punkt gebracht